1. Bezugsrahmen
1.1 Begriffliche Abgrenzung der Lernstile
Die Forscher haben bewiesen, dass das nach aussen gerichtete Verhalten bezueglich des Lernens, teils der natuerlichen individuellen Begabung und teils den Resultaten vergangener Erfahrungen entsprechen, die je nach Kontext und Kultur variieren.
Die Lernstiltheorie bestätigt diese individuellen Unterschiede und schlägt mittels persoenlicher Reflektierung und Reflektierung dieser unterschiedlichen Eigenarten des Lernstiles einen Weg zur Verbesserung vor.
Die Lernstilanalyse bietet Indikatoren, die helfen die Interaktionen der Personen mit der Wirklichkeit zu leiten, während sie gleichzeitig einen, wenn auch begrenzten, Weg zur Selbstkenntnis und heterogenem Wissen ermoeglicht.
Die Lernstile sind die kognitiven, emotionalen und physiologischen Handlungen, die als relative stabile Indikatoren dienen, wie die Studenten auf ihre Umwelt reagieren, mit ihr interagieren und sie empfangen (1) .
Es existiert eine grosse Anzahl diagnostischer Instrumente, die für die verschiedenen Studentengruppen (z.B. nach Alter) gedacht sind, Instrumente deren Gueltigkeit und Glaubwuerdigkeit jahrelang erprobt wurden.
Aus allen Instrumenten heben diejenigen hervor, die aufgrund ihrer Verbreitung in Untersuchungen und Veroeffentlichungen die groesste wissenschaftliche Anerkennung erhalten haben:
- Rita y Kenneth Dunn (1977-1978).
- David Kolb (1981).
- Bert Juch (1987).
- Peter Honey y Allan Mumford (1988).
- CHAEA. Fragebogen der Lernstile Honey-Alonso. Akademische Leistung (1991).
Honey beschreibt seine Lernstile folgendermassen:
Aktiv: Die Personen, bei denen der Aktive Stil dominiert, bringen sich voll und ohne Vorurteile in neue Erfahrungen ein. Sie sind offen, ueberhaupt nicht skeptisch und gehen neue Aufgaben mit Enthusiasmus an. Es sind Gruppenmenschen, die sich in die Angelegenheiten anderer einbeziehen und um sich herum alle Aktivitäten zentrieren.
Reflexiv: Den Reflexiven gefällt es ueber Erfahrungen nachzudenken und sie aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Sie sammeln Daten und analysieren sie mit Zurueckhaltung bevor sie zu einem Schluss kommen. Es sind Personen, die es moegen alle moeglichen Alternativen abzuwägen bevor sie eine Bewegung machen. Sie geniessen es die Handlungen der uebrigen zu beobachten und ihnen zuzuhoeren und sie mischen sich nicht ein bis sie Herr der Situation geworden sind.
Theoretisch: Die Theoretiker passen die Beobachtungen innerhalb logischer und komplexer Theorien an und integrieren sie. Sie tendieren zum Perfektionismus. Sie integrieren die Fakten in zusammenhängenden Theorien. Es gefällt ihnen zu analysieren und synthetisieren. Sie denken tief in ihrem System, wenn es gilt Prinzipien, Theorien und Modelle aufzustellen.
Pragmatisch: Die Stärke der Personen mit Dominanz im pragmatischen Stil ist die praktische Umsetzung der Ideen. Sie entdecken den positiven Aspekt einer Idee und nutzen die erste Gelegenheit um sie auszuprobieren. Es gefällt ihnen diejenigen Ideen, die sie attraktiv finden, schnell und mit Sicherheit umzusetzen.
1.2 CHAEA- Fragebogen
Die von Dr. Catalina Alonso durchgefuehrte Studie hat gezeigt, dass zwischen den spanischen Studenten und den vier Studienrichtungen abhängig von vom Studienfach signifikante Unterschiede bestehen. Dieses Forschungsprojekt befindet sich zwischen den kognitiven Standpunkten des Lernens und akzeptiert, propädeutisch, eine Vierteilung des Lernens, in Einverständnis mit Kolb, Juch, Honey und Mumford.
Diese Autoren schlagen ein in vier Etappen geteiltes Schema des Lernprozesses vor:
- Die Erfahrung leben: Aktiver Stil.
- Reflektierung: Reflexiver Stil.
- Verallgemeinerung, Erabeitung einer Hypothese: Theoretischer Stil.
- Anwendung: Pragmatischer Stil.
In ihrem Forschungsprojekt verwendete Dr. Alonso als diagnostisches Instrument den CHAEA-Fragebogen der Lernstile, der aus achtzig Fragen besteht (2) (20 Teile zu jedem der vier Stile, die man mit einverstanden oder nicht-einverstanden beantworten musste. Zusätzlich wurde eine Reihe sozioakademischer Fragen beigefuegt, die insgesamt 18 Variablen ermoeglichen um die Beziehungen der Variablen und die Antworten auf die Fragen zu analysieren.
Die Glaubwuerdigkeit und Gueltigkeit des CHAEA wurde anhand von angemessenen Stichproben von 1371 Studenten aus 25 verschiedenen Fakultaeten der Complutense und Politechnischen Universitaet Madrid sichergestellt.
Als Mittelwerte der vier Lernstile der Geisteswissenschaftsstudenten hat man erhalten:
| MITTEL WERT GEISTESWISS. |
AKTIV |
REFLEXIV |
THEORETISCH |
PRAGMATISCH |
| 10,94 |
15,15 |
10,80 |
11,99 |
Es wurde entdeckt, dass die Lernstile hauptsächlich mit akademischen Variablen und nicht so sehr mit Variablen sozialer Art in Verbindung stehen. Zum Beispiel scheinen der Beruf der Eltern, Anzahl der Geschwister oder Herkunftsort keinen Einfluss auf den Lernstil zu haben. Die erhaltenen Unterschiede waren statistisch nicht signifikant, woraus man schliessen kann, dass die Lernstile der Studenten ziemlich ähnlich sind. Man kann vermuten, dass der Grundausbildungsweg und die Oberstufe, und die gleiche Art Pruefungen an der Universität ein ähnliches Profil der Lernstile spanischer Studenten bilden.
Diese Resultate zwingen ueber den Einfluss des Lehrstils des Professors und des Bildungssystems insgesamt auf den Lernstil nachzudenken.
Nachdem die verschiedenen Forschungsprojekte analysiert wurden, kam man zu dem Schluss, dass die Studenten am effektivsten lernen, wenn man sie nach ihrem bevorzugten Lernstil unterrichtet.
Dieses Forschungsprojekt untersucht ob die Resultate die Dr. Alonso von den geisteswissenschaftlichen Studenten erhalten hat auf Studenten anderer EU-Länder uebertragbar sind.
1.3 Der Europäische Raum für Hochschulbildung (Prozess von Bologna)
Im Mai 1998 unterschrieben die Bildungsminister Frankreichs, Italiens, des Vereinigten Koenigreiches und Deutschland in Paris die Erklärung von Sorbonne, wo die Notwendigkeit zur Harmonisierung der europäischen Hochschulbildung festgehalten wurde. Die Erklärung wurde von anderen europäischen Ländern unterstuetzt.
Dem anfänglichen Ziel von Sorbonne folgend unterschrieben im 1999 die Bildungsminister von 31 europäischen Staaten die Erklärung von Bologna, mit dem Entschluss einen Europäischen Raum fuer Hochschulbildung einzurichten.
Die strategischen Ziele eines Europäischen Raumes, wie sie in der Erklärung von Bolognia genannt warden, konzentrieren sich auf:
- Foerderung der europäischen Zusammenarbeit um die Qualität der Hochschulbildung zu garantieren (festgelegte Kriterien und vergleichbare Methodologien)
- Foerderung der Mobilität von Studenten, Professoren und Verwaltungspersonal der europäischen Universitäten und anderer Institute hoeherer Bildung.
Im September 2003 wurde der nächste Schritt bei einem Treffen der Minister in Berlin gemacht. Die unterzeichnenden Länder einigten sich auf die Entwicklung nationaler qualitativer Systeme und Aktionen, die auf die Konsolidierung der Bewertung, Akreditierung und Zertifizierung der Studenten, Institutionen und akademischer Titel gerichtet sind, als Ziele, so dass auch Teilnahme- und Mitarbeitsbeziehungen untereinander auf internationaler Ebene existieren.
Die letzte internationale Konferenz der Minister fand im Mai 2005 in Bergen (Norwegen) statt. Als Ergebnis dieses Treffens bekräftigte man die Vereinbarung zur Koordination der Politik durch den Prozess von Bolognia um den Europäischen Raum fuer Hochschulbildung 2010 einzurichten und den neuen teilnehmenden Ländern zu helfen die Ziele des Prozesses voranzutreiben.
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1- Keefe, J.W. y Thompson, S. D. (1987) Learning style theory and practice
2- Cuestionario de Honey-Alonso de Estilos de Aprendizaje, CHAEA, adaptación para contextos españoles del Learning Styles Questionnaire de Honey, edición 1988.
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